10,5 Regeln für erfolgreiche Videokonferenzen und Remotecalls (Teil 2)

In diesem Beitrag geht es darum, wie du verhindern kannst, dass du Energie, Zeit und Ressourcen verschwendest und wie du deine Video Calls auf das nächste Level heben kannst!

Dieser Beitrag ist der zweite Teil zu diesem Thema. Hier geht es zu 10,5 Regeln für erfolgreiche Videokonferenzen und Remotecalls (Teil 1)


Heute geht es vor allem um das Bild:


Tipp 7: Je besser wir die Mimik und Körpersprache eines Menschen sehen, desto leichter fällt es uns, die Bedeutung des Gesagten zu interpretieren. Je weniger nonverbale Informationen wir haben, desto mehr Energie muss unser Gehirn darauf verwenden, diesen fehlenden Kontext zu interpolieren und das heißt, es stehen weniger Ressourcen für die Aufmerksamkeit zur Verfügung.


Was du deshalb unbedingt vermeiden solltest, sind schlechte Lichtverhältnisse. Es kommt zum Glück nicht mehr so häufig vor wie am Anfang der Pandemie, aber immer noch passiert es, dass Menschen sich in Videocalls mit dem Rücken zum Fenster platzieren.

Wenn das vom Arbeitsplatz her nicht anders geht, dann hilft es, Vorhänge oder Jalousien zu schließen und mit einem weichen Ringlicht von vorne dein Gesicht beleuchten. Oder du drehst dich mit dem Laptop so, dass du aus dem Fenster herausschauen kannst und viel Licht direkt von vorne kommt.

Denn das brauchen wir: Weiches Licht - also eine möglichst große Lichtquelle von vorne.



Von unten nach oben gefilmt wirkt dominant oder arrogant
Von unten nach oben gefilmt wirkst du dominant

8. Achte auf die Position deiner Kamera! Wir sind unser ganzes Leben lang durch Filme konditioniert worden: Wenn eine Figur im Film mächtig und dominant bedrohlich ist, dann wird diese Figur aus einer niedrigeren Perspektive gezeigt. Dadurch fühlt sich auch der Zuschauer kleiner - umgekehrt werden schwache, hilflose oder verzweifelte Figuren so gefilmt, dass die Kamera auf sie herabblickt.

Wenn du wie ich der Meinung bist, dass die beste Kommunikation immer auf Augenhöhe stattfindet, dann versuche, ob du auch deine Webcam auf Augenhöhe platzieren kannst (z.B durch so ein kleines verstellbares Stativ).


9. Als nächstes solltest du auf die Bildaufteilung, also deine Platzierung achten (bzw. wie du und was von dir im Bild zu sehen ist). Fotografen und Kameraleute sprechen in diesem Zusammenhang von der "Kadrierung".

Durch eine gute Kadrierung wird dein Bild als angenehm und professionell wahrgenommen und das hat natürlich einen Einfluss darauf, wie du wahrgenommen wirst.

Um es einfach zu halten: Wenn du das Bild horizontal in drei gleich große Teile aufteilst, sollten sich deine Augen ungefähr auf der oberen Trennlinie befinden. Am oberen Bildrand lässt du nur so viel Luft, dass dein Kopf nicht angeschnitten wird.

Versuche, den unteren Bildrand so zu platzieren, dass er nicht durch Gelenke schneidet, sondern das Bild beispielsweise oberhalb oder unterhalb deiner Ellenbogen endet.


Ich persönlich finde die halbnahe Einstellung am besten, weil man hier noch am meisten Körpersprache und vor allem die Gestik gut erkennen kann. Das geht aber nur, wenn du den entsprechenden Abstand zur Kamera hinbekommst. In der Regel ist eine sauber kadrierte Naheinstellung schon ein gewaltiger Fortschritt zu den oft anzutreffenden Talking Heads.


Ein professionelles Bild und sauberer Ton sind kein Hexenwerk, aber das Fundament für ein erfolgreiches Online-Meeting!


9,5. Um auf das nächste Level zu kommen, müssen wir das Unmögliche möglich erscheinen lassen! Der vielleicht wichtigste Teil unserer nonverbalen Kommunikation sind unsere Blicke - aber es kommt in keinem Online-Meeting zu echtem Blickkontakt.


Aber du kannst echtem Blickkontakt zumindest ziemlich nahe kommen, wenn du das oben erwähnte separate Stativ oder etwas Vergleichbares einsetzt, um deine Webcam zu positionieren. Ich stelle meine Kamera damit direkt vor den Monitor und platziere das Teams Fenster mit den Teilnehmern meines Coachings direkt dahinter.


Wenn ich spreche, achte ich darauf, direkt in die Kamera zu schauen und die anderen dadurch direkt anzusehen. Durch das Teams Fenster auf dem Monitor kann ich am Rande meines Blickfelds aber immer noch die nonverbalen Reaktionen auf das, was ich sage wahrnehmen. Ich habe noch keinen Weg gefunden, direkte Interaktion im virtuellen Raum besser zu simulieren. Wenn du eine Idee hast wie man das Setup noch verbessern kann, dann schreibe mir bitte!


10. Eine weitere Methode, um die Interaktivität deiner Zuschauer und damit ihre Aufmerksamkeit zu erhöhen: Wenn du kannst, sprich deine Meetingteilnehmer immer mal wieder persönlich mit dem Namen an und bitte um ein Feedback, eine Meinung oder Ähnliches!


10,5. Virtueller Hintergrund - ja oder nein? Die Antwort hängt davon ab, worum es bei deinem Meeting geht. Jeder Hintergrund, ob virtuell oder das Zimmer, aus dem du teilnimmst, erzählt etwas über dich. Ein virtueller Background ist immer eine Form von Verschleierung. Wenn es also im Gespräch darum geht, Vertrauen aufzubauen, würde ich im Call immer zum authentischen echten Background raten.


Ein gebrandeter Firmen-Background wirkt dann professionell, wenn auch alle anderen Punkte aus diesem Video beachtet wurden - Stichwort Expertenstatus. Ein unscharfer Hintergrund liegt irgendwo dazwischen, für mich nicht Fisch nicht Fleisch.


Absolut zu vermeiden sind Fake-Hintergründe, die ablenken. Wenn ich mich frage, welchen Bezug das Bergpanorama hinter dir zu dir persönlich hat, habe ich dir in diesem Moment nur mit einem Ohr zugehört.

Stelle dir bei der Wahl deines Backgrounds immer folgende Fragen: - 1. Was erzählt dieser Hintergrund über mich und ist diese Aussage für meinen Auftritt förderlich? - 2. Lenkt dieser Hintergrund unnötig ab?


Und als allerletztes noch ein Punkt zum Thema Interaktivität: Etwas, dass du am besten immer im Hinterkopf behältst. Wenn du eine Powerpoint-Präsentation einsetzt und deinen Bildschirm teilst, achte darauf, regelmäßig auf dein Bild zurückzuschalten. Eine lange Powerpoint-Präsentation, bei der man nur die Stimme des Referenten hört, ist eine der sichersten Methoden, eine Videokonferenz langweilig, anstrengend und unproduktiv zu machen, denn wir schenken unsere Aufmerksamkeit langfristig immer Menschen, nicht Diagrammen und Schaubildern.


Ich danke dir jetzt für deine Aufmerksamkeit und wünsche dir viel Erfolg für deine zukünftigen Videokonferenzen!


Bildquellen: "Hey du" von Kitty | stock.adobe.com